Die Altrossgärtner Kirche, Pegelstadt bei Königsberg, zu deren Einweihung im Jahre 1623 Georg Weissel den Liedertext "Macht hoch die Tür" verfasste |
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit ist ein in Ostpreußen entstandenes Kirchenlied aus dem 17. Jahrhundert. Es gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Adventsliedern und wurde auch in andere Sprachen z. B. ins Mandarin Chinesische übersetzt.
Erstaunlicherweise führt uns ausgerechnet dieses Lied auf die Spur frühester deutscher Missionstätigkeit in Fernost.
Johann Anastasius Freylinghausen, der Hersteller dieses Liederhefts, wurde einer der einflussreichsten evangelischen Theologen der pietistischen Halleschen Schule und war als Schüler und Nachfolger von August Hermann Francke (zugleich dessen Schwiegervater) später der zweite Direktor der Franckesche Stiftungen. – Seine "Grundlegung der Theologie" ist viel gelesen und bis 1744 vierzehnmal aufgelegt worden! Seine größte Wirkung hat Freylinghausen allerdings als Herausgeber des bedeutendsten pietistischen Gesangbuches erlangt. Als Ausdruck einer die "Ordnung des Heils" ins Zentrum rückenden "neuen Theologie" kündeten die "Hallischen" Lieder in eindringlicher Weise von einer eschatologisch begründeten "Hoffnung besserer Zeiten", wobei von den 683 Liedern der Erstauflage den 174 "unbekannten Melodeyen" des Buches eine eminente Bedeutung zukam.
Darstellung des Einzuges der Bundeslade in den Tempel |
Das Lied beginnt mit einem Zitat aus Psalm 24 in Anlehnung an die Übersetzung Martin Luthers: „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe!“ Gemeint ist damit der der Messias. Ursprünglich gehört der biblische Text zu einer israelitischen Liturgie bei der Feier des Einzuges der Bundeslade in den Tempel, also des Einzuges Gottes in sein Volk. Er biblische Text eignet sich aber sehr gut als Bild für die Gemeinde im Missionsauftrag, die die Siegesnachricht vom gekommenen und auferstandenen Gottessohn denkwürdig feiert. Deshalb fand dieses Lied mit seinem Text sehr früh Eingang die Adventsliturgie der pietistischen und landeskrichlichen geprägten Kreise, ja selbst in den katholischen Gesangsbücher hielt es Einzug. Es geht darum in den Tagen vor Weihnachten zu proklamieren: Christen leben für eine andere Zukunft, es ist eine Zukunft mit dem König der Könige, dem Herrn der Herrn. Ihn und nicht allein eine Geburt feiern wir an Weihnachten. Die Begeisterung für den Weihnachtsmann verfliegt in Taiwan im Moment wieder, vielleicht auch wegen der jüngsten Ereignisse In Korea, aber die für den „König der Ehren“ mit dem Ruf „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, wollen wir Weihnachtsfreude entstehen sehen.
Dieses Jahr beschloss “unsere” Taiper Gemeinde erstmals (viellicht als Reaktion auf einen vor einem Monat bezüglich “Advent” in Englisch versandten Brief, den die Gemeinde erhalten hat?) den ganzen Dezember als Vorbereitung für Weihnachten mit entsprechenden (evangelistischen) Veranstaltungen gut auszuplanen. Es geht um folgende Treffen:
- An jedem Adventssonntag eine Evangelisation Sa./So
- Am 18./18 Dezember Taufen/Gemeindeaufnahme
- In dieser Zeit alle Gruppen laden zu den drei Weihnachtsveranstaltungen ein
- Vom 24.-26 Dezember jugendliche, evangelistische und traditionelle Weihnachtsfeiern.
Rita am Dirigieren |
Es geht um die Proklamation unseres Herrn Jesus, so wie zu seiner Zeit auf Erden, so wie zur Zeit von Pfarrer Georg Weissel, Johann Anastasius Freylinghausen und schliesslich Karl Friedrich Gützlaff, denn wir ungefähr 80 Jahre nach Freylingshausen Abberufiung am selben Ort, in Halle finden und der dort seine theologische Prägung erhielt. Karl Friedrich Gützlaff ist Deutschlands erster protestantische Fernostmissionar (aus Pommern), der im April 1831 mit der ersten han-chinesischen Bibelübersetzung nach Taiwan, damals als “Formosa” bekannt, kam und damit die Missionsarbeit mit Schriftzeichen in Taiwan anfing. Hudson Taylor nennt ihn den "Vater der China Inland Mission". Etwas von dem Geist des Liedes “Macht hoch die Tür” für den "Herrn der Herrn" beseelte auch ihn.
Von Zeugen wie solchen wollen wir auch in Taiwan lernen. Der geistliche Tempel unseres Herrn wird aus Seelen, aus Menschen, die ihm die Ehre geben gebildet (Eph.2,21), so wird auch jede Willkomensgeste durch eine von Herzen kommende Einladung an Jesus in unseren Herzen zu wohnen ein Grund zu noch grösserer Freude. - Eines Tage werden auch unsere Gemeindehäuser nicht mehr sein, was wird dann geblieben sein? Lasst uns wenn wir in diesen Tagen das Lied singen "Macht hoch die Tür" nicht vergessen, dass die nach dieser Arbeit kommende Freude unverhältnismässig grösser ist, als was was wir uns erträumen könnten, denn nach seinem Einzug, dann ist der König unter uns.
Einweihung neuer Gemeinderäume |
Unsere Gebetsanliegen:
- Das tägliche Brot (Und: bitte denkt auch an die angefallenen Extrakosten der DMG für Weiterbildung)
- Der tägliche Dienst
- Die Weihnachtsveranstaltung für die 700 Indonesier und Gemeinden mithelfen viele Indonesier zu schicken.
- Danke für die Einweihung der neuen Gemeinderäume
- Für sehr guten Besuch an den Weihnachtstagen von den vielen eingeladenen Freunden für diese Weihnachtstage, auch für diejenigen, die sich schon vor Jahren von Gott abgewendet haben und nie froh darüber wurden.
Das Lied im Volltext:
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich,
ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt;
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
mein Schöpfer reich von Rat.
Er ist gerecht, ein Helfer wert;
Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
sein Königskron ist Heiligkeit,
sein Zepter ist Barmherzigkeit;
all unsre Not zum End er bringt,
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
mein Heiland groß von Tat.
O wohl dem Land, o wohl der Stadt,
so diesen König bei sich hat.
Wohl allen Herzen insgemein,
da dieser König ziehet ein.
Er ist die rechte Freudensonn,
bringt mit sich lauter Freud und Wonn.
Gelobet sei mein Gott,
mein Tröster früh und spat.
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit,
eu’r Herz zum Tempel zubereit’.
Die Zweiglein der Gottseligkeit
steckt auf mit Andacht, Lust und Freud;
so kommt der König auch zu euch,
ja, Heil und Leben mit zugleich.
Gelobet sei mein Gott,
voll Rat, voll Tat, voll Gnad.
Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein;
dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit
den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr,
sei ewig Preis und Ehr.
Zum Inhalt:
Inhaltlich gehören die ersten vier Strophen eng zusammen. In Strophe 1 und 2 steht das Bild des einziehenden Königs im Mittelpunkt, in Strophe 3 und 4 sind es die Orte, an denen er einzieht. Diese werden immer persönlicher: von der „Welt“ über „Land“ und „Stadt“ zum „Herz“ des einzelnen Menschen. Der König selbst wird in Strophe 1 mit Begriffen wie „Herrlichkeit“, eines universalen Königs („König aller Königreich“) beschrieben, der „Heil“ und „Leben“ bringt. Die Begriffe „Sanftmütigkeit“, „Heiligkeit“ und „Barmherzigkeit“ (Strophe 2) beschreiben den König näher. Sein Eintreffen ist Anlass zur Freude. In „Land“ und „Stadt“ – also in das öffentliche Leben – zieht dieser König ein (Strophe 3), aber auch in den privaten, persönlichen Bereich: in das „Herz“, das mit „Freude“ und „Wonne“ reagiert. Es handelt sich dabei um „euer Herz“ und den Einzug „zu euch“ (Strophe 4), und die Öffnung des Menschen für den König wird erwartet.
Zum Inhalt:
Inhaltlich gehören die ersten vier Strophen eng zusammen. In Strophe 1 und 2 steht das Bild des einziehenden Königs im Mittelpunkt, in Strophe 3 und 4 sind es die Orte, an denen er einzieht. Diese werden immer persönlicher: von der „Welt“ über „Land“ und „Stadt“ zum „Herz“ des einzelnen Menschen. Der König selbst wird in Strophe 1 mit Begriffen wie „Herrlichkeit“, eines universalen Königs („König aller Königreich“) beschrieben, der „Heil“ und „Leben“ bringt. Die Begriffe „Sanftmütigkeit“, „Heiligkeit“ und „Barmherzigkeit“ (Strophe 2) beschreiben den König näher. Sein Eintreffen ist Anlass zur Freude. In „Land“ und „Stadt“ – also in das öffentliche Leben – zieht dieser König ein (Strophe 3), aber auch in den privaten, persönlichen Bereich: in das „Herz“, das mit „Freude“ und „Wonne“ reagiert. Es handelt sich dabei um „euer Herz“ und den Einzug „zu euch“ (Strophe 4), und die Öffnung des Menschen für den König wird erwartet.
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