Unser Dienst

Diese vom früheren Missionsdienst in Taiwan modifizierte dreisprachige Ressource-Blogseite der inter-kulturellen theologischen Mitarbeiter Alain & Rita Haudenschild umfasst eine Fülle an Informationen aus der Mitarbeit mit SEND International in Ost Asien in der chinesischen Welt, dem globalen interkulturellen Dienst mit der AEM CH sowie der SMG, mit Blick auf mit dem Evangelium unerreichte Menschen, Gruppen, Migranten und Völker, hauptsächlich in oder aus Asien. Strategisch interessant sind die Informationen zur: Arbeitsvision "119" für Taiwan,der Bau von Immigrantengemeinden Taiwan AND BEYOND, TE&B (früher TECC) und das zweisprachigen Gebetsblog für Unerreichte Asiens (im Rahmen eines Forschungsauftrags von SEND erstellt)

01 Mai 2018

5.Der Apostel Philippus - Sein Beitrag für die jüdisch- griechische Welt


-->  Reihe "Die Apostel in der Mission" (Alain R. Haudenschild)

Philipp, der Apostel 
EINLEITUNG:
Die Jesus Biographie des Apostels Johannes nimmt uns hinein in die interessanten Gespräche, die Jesus mit seinen Jüngern vor dem Abendmahl hatte. Hier sind es einmal nicht Petrus, Jakobus, oder Andreas, sondern Jünger wie der kritische Thomas und der Evangelist Philippus, die mir ihren Themen Beachtung finden. Der Frage nach dem wohin und dem Weg folgt der berühmte Vers des Herrn Ich bin der Weg die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, ausser durch mich. -   Also ist alles klar?  -  Beim Apostel Philipp wird manchmal wegen gewisser ausserbiblischen Handschriften in seinem Namen zwischen dem Apostel und dem Evangelisten Philipp unterschieden. Der Kirchenvater u. Kirchengeschichtler Eusebius (260/64 n.Chr. in Palaestina; † 339 bzw. 340 in Caesarea) sagt dazu beide seien ein und dieselbe Person. Im Jahre 1260 erst behauptet Jacobus de Vorangine in seinem Buch Goldene Legende, die Aufzeichnungen über Philipp den Apostel seien nicht zuverlässig.[1] Ich schliesse mich in diesem Abschnitt der Überzeugung des sehr geschätzten Kirchenvater Eusebius an, da auch den Kontext seiner weiteren Dienstgeschichte sie stark unterstützt 

I. DER HISTORISCHE HINTERGRUND DES APOSTELS

Er gehört zu berühmten Stichwortgebern der Bibel: "Herr, zeige uns den Vater", (Joh 14,8) bittet Philippus am Ende des Abendmahls. "Du kennst mich nicht, Philippus?",  antwortet Jesus und wiederholt Jesus was er in Joh 12,45 schon mal gesagt hatte: "Wer mich sieht, der sieht den Vater! (Joh 14,9) Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun …"(Joh 14,12). Von Philippus lesen wir wie er sich für Griechisch sprechende Juden eingesetzt hat (Joh 12,20-22)
Der aus Bethsaida und damit aus der Stadt des Andreas und Petrus stammende Mann gehört nicht zum inneren Kreis von Jesu Jüngern (Joh 1,44). Sein Name ist Griechisch und bedeutet «Pferdeliebhaber. William Steuart McBirnie führt die Wahl seines Namens zurück auf die geschichtliche Bedeutung des Namens in der Provinzgeschichte Galiläas.[2]   Der geschichtlich bekannteste Philipp war der Vater von Alexander dem Grossen, der aus seiner Zeit besonders in Galiläa einen bleibenden Einfluss hinterlassen hatte. Im 1.Jhd vor Chr. gab es einen gleichnamigen lokalen König über Ituräa, der den Status der Stadt Bethsaida zur Provinzhauptstadt erhob. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wurde der spätere Apostel in Respekt und Anerkennung dieses Königs, der so viel für seine Region getan hatte und einige Jahre vor seiner Geburt verstarb, wohl nach seinem Vorbild benannt. Der griechische Einfluss war bei Philipp für seinen späteren Dienst wie bei Paulus auch sehr bedeutsam. Nach Budge E.A. Wallis soll er vom Stamme Zebulon abstammen.[3] Johannes stellt Philipp in seinem Evangelium als eine Person vor, die Menschen zu Christus bringt und auch dann glaubt wenn nicht alles verstanden werden kann. Eine internationale Archäologengruppe soll das Grab des Apostels in den Ruinen bei Pamukkale im Südwesten der Türkei gefunden haben. Es liegt in einer Kirche, über der im 5. Jahrhundert ein zweites Gotteshaus errichtet wurde. Aufmerksam darauf wurde das internationale Ausgrabungsteam von Francesco D`Andria durch eine bereits lokal vorhandene Tradition der Kirche, die allerdings nicht zuverlässig lokalisieren konnte, wo der Apostel seine letzte Ruhe gefunden hatte. D’Andria ist von der Deutung seines Fundes überzeugt: Die dreischiffige Basilika sei die letzte Ruhestätte des Philippus gewesen. Die Touristenregion um Pamukkale ist um eine Attraktion reicher


II. DAS NEUE TESTAMENT UND DER APOSTEL PHILIPPUS

Philipp oder Philippus wird in sämtlichen Apostellisten der Bibel aufgeführt (Mt 10,3; Mk 3,18; Lk 6,14). Allerdings gibt es in diesen drei Evangelien keine weiteren Informationen über ihn, umso mehr finden wir im Evangelium nach Johannes.
•          Joh 1, 43 – 51: Er gehörte zu den ersten Jüngern, die Jesus nachfolgten und von ihm aufgefordert wurden ihm nachzufolgen. Philippus scheint Nathanaël schon gekannt zu haben, als er ihn zur Nachfolge von Jesus bewegte. Philippus bringt gleich nach seiner eigenen Berufung einen weiteren Mann, Nathanael, zu Jesus (Joh 1,43–51 EU). In der Wissenschaft wird davon ausgegangen, dass er gleichzusetzen ist mit Bartholomäus (Natanaël Bar-Tolmai) aus Apg 1,13 EU und den synoptischen Evangelien, weil er dort in Namenslisten (Mt 10,3 EU; Mk 3,18 EU; Lk 6,14 EU) auf Philippus folgt, wie in Johannes der Name Nathanael. Somit wäre Nathanael Bartholomäus, einer der zwölf Apostel Christi. David Catchpole warf die Frage auf, ob es sich bei Nathanael nicht um den „Jünger handelt, den Jesus liebte“. Diesen identifizierte die Forschung sonst stets mit Johannes selbst.[4]

Wie kommt Philippus darauf Jesus kennen zu lernen? Wenn die Theorie stimmt, dass es bei der Hochzeit zu Kana um die Hochzeit des Nathanael  gegangen war, von der bei Johannes schon in Kapitel 2 die Rede ist, waren der Grund für eine rechtzeitige Rückkehr nach Galiläa von der Taufe Jesu am Jordan die Hochzeitsvorbereitungen und dass man nicht alles den Frauen überlassen wollte. Er war wohl vorher aus diesem Anlass nach Kapernaum gekommen, wo er Andreas, Petrus, Johannes und Jakobus getroffen hatte, als diese gerade entschieden hatten nach Jericho zu gehen um Johannes den Täufer zu hören. In dieser Zeit hatte Jesus wohl noch ein paar andere Termine in Judäa kam dann aber später nach.

•          Joh 6, 5-7: Philippus in Aktion bei der Speisung der 5000. Er will Brote im Wert von 200 Silberstücken kaufen und sorgt sich um die Verpflegung. Jesus wirkte kurz darauf das große Wunder, bei dem sich die Nahrung von selbst vermehrte. Philippus wird anlässlich des Wunders der Brotvermehrung von Jesus auf die Probe gestellt, kann sich aber ein Wunder nicht vorstellen (Joh 6,5–7 EU).

•          Für Griechen, bzw. Griechisch sprechende Juden, die Zugang zu Jesus wünschen sieht sich Philippus mit seinem griechischen Namen zuständig (Joh 12,20–22 EU).

•          Johannes 14,8: Bei den Abschiedsreden von Jesus Christus kommt sein Name bei der Frage ins Spiel: "Herr, zeig uns den Vater, dann sind wir zufrieden!"

•          14,12 »Wer mich gesehen hat, der hat auch den Vater gesehen. Wie also kannst du bitten: 'Zeig uns den Vater'? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Was ich euch sage, habe ich mir nicht selbst ausgedacht. Mein Vater, der in mir lebt, handelt durch mich. Glaubt mir doch, dass der Vater und ich eins sind. Und wenn ihr schon meinen Worten nicht glaubt, dann glaubt doch wenigstens meinen Taten!"

•          In Apostelgeschichte 1 Vers 8 – 14 wird sein Name ebenfalls erwähnt: Er hat die Himmelfahrt von Jesus miterlebt, verharrte zusammen mit den anderen Aposteln und Frauen im Gebet.

Philippus hatte von Anfang den Vorteil Jesus persönlich zu sehen und damit die wichtigste Bezugsperson in seinem Leben. Nirgends lesen wir von ihm er habe sich je Mühe gegeben Menschen von Jesus zu überzeugen, er brachte sie einfach zu Jesus, wo sie ihn sehen konnten. Vor der Brotvermehrung wendet er sich an Andreas, dem er mangels eines sicht-baren Weges zur Problemlösung mehr Problemlösungsqualitäten zutraute, denn er kann sich ein Wunder beim besten Willen nicht vorstellen. Johannes 6 Verse 5-7. Im Gegenteil überlegt er sich wieviel Geld es bräuchte um Brot für so viele Leute zu finanzieren. (Joh 6,5–7 ).

Was wir von Philippus erfahren zeigt, wie sich sein Werdegang stark an der Erkenntnis, die durch das visuell Erkennbare ausrichtet. Er kann sich z.B. keine Brotvermehrung vorstellen und geht entsprechend mit der Situation um. Jesus musste am Ende seines irdischen Dienstes zu Petrus sagen: »Folge mir nach« (Joh 21,19.22). Nachdem er Jesus in der Nacht des Verrats verleugnet hatte, benötigte Petrus diese Ermutigung anscheinend noch. Doch Philippus war der Erste, der diese Worte hörte und ihnen nachkam. Von Anfang an suchte Jesus Philippus aktiv. Er fand ihn und forderte ihn zur Nachfolge auf. Und Philippus war ein eifriger und bereitwilliger Jünger.

Offenbar hatte Philippus bereits ein suchendes Herz. Natürlich ist ein suchendes Herz immer ein Beweis dafür, dass Gottes Souveränität einen Menschen zu sich zieht, denn Jesus sagte: »Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht« (Joh 6,44) und »niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von dem Vater gegeben« (V. 65). Jesus war mit seinen Jüngern ca. 2 Jahre und 4 Monate lang gemeinsam unterwegs. Das waren für sie eine intensive lebensverändernde und unvergessliche Zeit beim Meister. In dieser Lernzeit hat Jesus seinen Jüngern u.a. auch viel von seinem Vater im Himmel erzählt – wie ER ist und denkt, was ER vorhat und was uns dort erwartet. Als Jesus darüber redete, bald zurück zum Vater zu gehen weil er dort noch viel Arbeit habe, brach es regelrecht aus Philippus heraus: „Herr, zeig uns den Vater!“ (Joh14.8)


Es scheint, als sei es Jesus gelungen, ihnen seinen Vater so vor Augen zu malen und das Leben mit und bei IHM so schmackhaft zu machen, dass sie diesem Vater unbedingt selbst begegnen und IHN kennenlernen wollten. Im Sinne von: „Herr, zeig uns diesen Vater!“..


III: ZEIT NACH DER HIMMELFAHRT UND SEIN MISSIONSDIENST


Philippus setzte seine Dienste unter Griechisch sprachigen Juden offensichtlich auch ausserhalb des Hebräisch-Aramäisch-sprachigen Kulturraums (Samaria, Gaza, Joppe, Caesarea) fort. Dazu passt die Information des Johannes-Evangeliums, dass Philippus es war, der nach Jesu Einzug in Jerusalem "etliche Griechen" vor seinen Herrn führte. Wie der Apostel Paulus und der Evangelist Lukas zählt Philippus damit auch zu den Symbolgestalten, die einer breit angelegten Mission unter paganen Griechen das Wort redete. –  Sein Dienst am Kämmerer (Apg 8) ist nach der Deutung des Kirchenvaters Eusebius das erste Beispiel.

Nach der Auferstehung missionierte der Apostel 20 Jahre lang in Südrussland (Skythien), gründete dort eine Kirche, war aber davor schon auf dem Weg dahin in Syrien aktiv.[5] 

 In den Texten der Naq Hammadi Bibliothek am rechten Nilufer des Gebel-al-Tarif, gibt es einen apokryphen Brief des Petrus an den Philippus (datiert auf das Ende des 2.Jhrd anfangs des 3.Jhd). über eine Begebenheit am Ölberg, der inhaltlich aber der gnostischen Diskussion zugeordnet wird. [6] Nach der Tradition ging er zusammen mit dem Apostel Bartholomäus in seinem letzten Dienstabschnitt nach Kleinasien, um bei den aufstrebenden Gemeinden in Phrygien (westliche Zentraltürkei)  mitzuhelfen.

Das Gebiet Skythien, indem der Apostel missionierte.
Besonders der Anhang der 15 apokryphen «Akten des Philippus», der wohl z.Zt. des Eusebius entstanden waren bestätigt diese Aussage und berichtet vom Predigtdienst und den Wundern des Apostels nach der Auferstehung des Herrn; es zeigt und berichtet auch von Mariamne, der Schwester des Philippus, die Teil des Teams war.[7] 



Der Kirchenvater Papias von Hierapolis war hier im zweiten Jahrhundert Bischof und erwähnt, dass er die Töchter des Apostel Philippus, der seine letzten Lebensjahre in Hierapolis verbracht haben soll, persönlich gekannt habe und von ihnen über die Apostel hörte[8]

Naq Hammadi, bekannt für seine Bibliothek
mit frühchristlichen Schriften in Sahidisch
Wenn er von den Aposteln im Plural spricht war das 
Bartholomeus auch dabei war, vermutlich ebenso beim vorangehenden Dienst durch Griechenland.[9] Offenbar hielt die Teamgemeinschaft der beiden (sie oben was über Nathanael gekannt war) bis ins spätere Dienstalter. Grund für den Umzug könnte die gute Entwicklung der Gemeinden am nördlichen Schwarzen Meer (der heutigen Ukraine) unter der kundigen Leitung des Apostels Andreas sein, der ungefähr um diese Zeit von seiner letzten Reise in den Norden zurück kam und dann 20 Jahre in einer Höhle im heutigen  Rumänien wohnte. Die Zeiten in Kleinasien waren unruhig, die Irrlehrer der Gnosis waren ausgesprochen aktiv und es brauchte gute Lehrer vor Ort, Leute die Menschen zeigen konnten wie man den «Vater sieht». Paulus war um diese Zeit schon im Gefängnis in Rom oder auf dem Weg dahin.  

Nach einer Tradition hat der Apostel mit seinen Diensten in dieser Zeit auf die junge Kirche in Gallien eingewirkt haben. Dahinter steht nach McBirnie die Auffassung des Bischofs Epiphanius ( 315-407), Bischof von Salamis der darauf bestand, dass der Name Galatia, der römische Name für die Landschaft Phrygien, in dem der Apostel später lebte, müsse mit „Gallien“ übersetzt werden. [10] Polykrates (194 n.Chr.) schreibt: „Philipp, einer der zwölf Apostel, schläft in Hierapolis.“[11]  Auch wenn die literarische Forschung auf dieser Grundlage eine Dienstzeit des Apostels in Frankreich nicht stützt, ist sie nicht ganz ausgeschlossen, da es zwischen der Landschaft Galatia (Phrygia) und Gallien tatsächlich enge historische Verbindungen gegeben hat.
Hierapolis - eine der frühchristlichen Gemeinden Kleinasiens
Die vielen Jahre Nähe zu dem Einflussbereich des Apostels Johannes erklären möglicherweise warum er gerade im Johannesevangelium mehr als in jedem andern Evangelium erwähnt wird. Die Gemeinde Hierapolis erscheint jedenfalls nicht unter den sieben Gemeinden, die in seinem letzten Buch ein besonderes Mahnwort brauchten, obwohl es im gleichen Gebiet lag. Er war offenbar mit den Entwicklungen der Arbeit unter der kundigen Leitungen seines Kollegen und Mitbruders zufrieden.  Der Anhang der «Akte Philippus» bezeugt neben den Reisen gerade auch den letzten wertvollen Dienst des Apostels und sein Martyrium in Hierapolis, 9,6 km nördlich von Laodicea.[12]Das Jahr 81 wird für den mittlerweile 88 Jährigen das letzte Dienstjahr im Lykus Tal. 

Trotz des bereits fortgeschrittenen Alters hatten seine Predigten in nichts an Kraft eingebüsst.

Es war eine solche Predigt, verbunden mit des Heilungsdienst des Apostels, die die Tochter des Prokonsuls von Jesus überzeugte sodass sie sich bekehrte. Das erzürnte ihren Vater so stark, dass er Philipp, Bartholomäus und Mariamne foltern liess. Laut den Akten wurden das Team festgenommen und durch die Strassen zum Schlangentempel geschleift. Wo sie mit den Köpfen abwärts aufgehängt wurden, in die Fersen schlugen sie Nägel und in die Ellenbogen trieben die Folterer eiserne Haken. Mariamne wurden die Kleider vom Leibe gerissen, doch eine Wolke von Feuer soll sie umgeben haben, sodass die Menge sie nicht sehen konnte.  Einige Gläubige versuchten die Freilassung der Apostel zu erreichen. Während Bartholomäus sich befreien liess, so geht der Bericht weiter, weigerte sich Philipp. Er starb am Kreuz. Bartholomäus und Mariamne begruben ihnen an der Stelle und bauten darüber eine Gedenkkirche. Die ganze Stadt bekehrte sich. 

Eine Tradition bringt sogar die Namensänderung  der Stadt von früher Ophiorhymne (Schlangenstadt) auf Hierapolis (Heilige Stadt) mit der Annahme des Evangeliums in Verbindung. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass es eine Predigt des Apostels Philipp war, die das auslöste, da die Stadt zum Zeitpunkt der der Niederschrift des Briefes an die Kolosser bereits diesen Namen hatte (Kol 4,13) und der Apostel Philipp entweder auf dem Weg vom Skythien, nördlich des Schwarzen Meeres in Richtung Griechenland war oder noch dort noch am Gemeindegründen war. Da eine Quelle sagt, er habe auch in Hierapolis 20 Jahre gewirkt und im Jahre 81 den Martyrertod starb, müsste es eine seiner ersten Predigten gewesen sein, die diese Namensänderung bewirkt hatten.[13] Der Brief an die Kolosser muss spätestens vor dem Jahre 60/61, dem Jahr in dem die Stadt Kolossae durch ein Erdbeben zerstört wurde, geschrieben worden sein. 

Doch der gesamte Bericht über das Martyrium in Hierapolis wird von Eusebius von Caesarea (Historia ecclesiastica III 31, 2-3; 24, 2-3), der sich auf Bischof Polykrates von Ephesus beruft, bestätigt. 

Nach einer anderen Tradition soll der Apostel in Hierapolis durch Enthauptung gestorben sein. [14] Über der Grabesstätte wurde ein imposantes Gebäude errichtet, das im 7. Jhd durch ein Erdbeben erschüttert wurde.  Bis heute erinnert es an die gewaltigen Umwälzungen, die einst die gute Botschaft in diese Gebiet brachte, und von hier in alle Richtungen seinen Siegeszug antrat. Seine Begegnung und das Kennenlernen von Jesus, in dem er den „Vater“ sehen konnte erlaubte ihm im jüdisch-griechischen Umfeld einen gesegneten Dienst am Evangelium aufzubauen, der bis heute beispielhaft ist.


[1] de Voragine, Jacobus. "The Golden Legend". catholic-forum.com. Archived from the original on 23 June 2007, Ret. 14. März 2007.
[2] William Steuart McBirnie, The Search for the Twelve Apostles, rev. Ed., Illinois: Tyndale House Publishing, 1973, 94.
[3] Budge, E.A. Wallis, The Contending of the Apostles, London: The British Museum, 1899,1901, und 1935 Ausgaben.
[4] David R. Catchpole: Resurrection People: Studies in the Resurrection Narratives of the Gospels. Smyth & Helwys Publishing, Inc., 2002.
[5] Anna Jameson, Sacred and Legendary Art, vol 1. Boston and New York: Houghton and Mifflin and Co., 1957.
[6] Translated in James M. Robinson, editor, The Nag Hammadi Library (New York: HarperCollins, 1990), pp. 431-437.
[7] Craig A. Blaising, "Philip, Apostle" in The Encyclopedia of Early Christianity, ed. Everett Ferguson (New York: Garland Publishing, 1997).
[8] Eusebius: Hist. Eccl. III. 39.9.
[9]Acts of Philip -- especially Book 8", meta-religion.com, ret. 14. März 2007.
[10] Mary Sharp, A Traveler’ s Guide to Saints in Europe (London: Trinity Press, 1964), 29.
[11] Otto Hophan, The Apostles (London: Sands & Co, 1962), 167.
[12] Schaff, Philip (1885). "Ante-Nicene Fathers, Volume 8". Christian Classics Ethereal Library. Retrieved 14 March 2007
[13] Bei den 20 Jahren Dienst ist auch Kleinasien mitgezählt, andere Traditionen sprechen von 20 Jahren in Skythien allein. Als Todesjahr gilt das Jahr 81. http://orthpedia.de/index.php/Philippus,_hl._Apostel, retr. 1. Mai 2018.
[14] Ebda.


02 November 2015

4. Der Apostel Jakobus- sein Beitrag zur Erfüllung des Missionsauftrags

Bild 1: Jakobus der Ältere, aus Rom
In diesem Beitrag geht es um den Hintergrund, den Missionsbeitrag und das historische Zeugnis eines Mannes, der über fast 1950 Jahrhunderte hinweg mit seinem selbstlosen, missionarischen Beitrag und seinem Zeugnis über Jesus die westeuropäische Geistes- und Kulturgeschichte nachhaltig geprägt hat, besonders im spanischen Kulturkreis. Sein Namensvetter im A.T. errichtete Gott in Bethel einen Altar. Der Name Bethel bedeutet “Haus Gottes”. Der Apostel Jakobus im N.T. errichtete das Zeugnis vom Neuen Bund unter seinen Landsleuten in Hispanien, er war der Mann, der nach einer Auslosung unter den Aposteln das Los zur missionarischen Arbeit unter den 6000 Diasporajuden auf der Iberischen Halbinsel gezogen hatte (Acts 12:2).

1. Hintergrund und Berufung
    Mit seinem Bruder Johannes gehören Jakobus, Andreas und Simon Petrus zu den erstberufenen Jüngern (Mt 4,21; Lk 5,10 EU ). Der Name Jakobus ist eine latinisierte Form des Namens des Erzvaters Jakob (hebräisch ‏‫יַעֲקֹב‎ Ja'akob) Die  erstberufenen Jünger nehmen im Neuen Testament im Kreis der Jünger eine besondere Stellung ein (Lk 8,51 EU), weil Jesus sie an bedeutenden Ereignissen seines Lebens teilnehmen lässt. Von den beiden Brüdern des Zebedäus war Jakobus der ältere, seine Mutter war Salome (Mt 27,56; Mk 15,40), eine Mutter die für ihre Söhne das Höchste erstrebte und die in messianischen Erwartungen glühte. Das färbte auf die Söhne ab. Jakobus und Johannes erhalten von Jesus wegen ihrer ungestümen Wesensart den aramäischen Beinamen Boanerges, was Donnersöhne bedeutet (Mk 3,17 EU, vgl. Lk 9,54 EU). Da Salome eine Schwester von Maria, der Mutter des Messias war,  geht man davon aus, dass Jakobus und Jesus sich von früher Kindheit her kannten. Johannes und Jakobus waren mit Andreas und Petrus Geschäftspartner in der Fischerei vom See Genezareth. Nachdem Andreas auf ihrer Suche nach dem Messias über Andreas einen Termin bekommen hatten, berief er sie nach seinen erledigten Terminen in Jerusalem in seine Nachfolge (Joh. 1, 39). Jakobus ist zusammen mit Petrus und Johannes auf dem Berg der Verklärung (Mt17,1 EU), als Jesus mit Elia und Mose spricht. Im Garten Gethsemane(Mt 26,37 EU) wird er Zeuge der dunkelsten Stunde Jesu angesichts seines bevorstehenden Leidensweges. Nach der Auferstehung anderen Aposteln in Jerusalem ( Apg 1,13 EU). Nach (Apg12,1-2 EU) endete sein Leben während der Herrschaft des Herodes Agrippa I. (41-44 n. Chr.) durch Hinrichtung mit dem Schwert. Sowohl das Markus- als auch das Matthäusevangelium reflektieren seinen gewaltsamen Tod  und sein Todestag ist auch der einzige, der im Neuen Testament aufgeschrieben wurde. 

Bild 2: Verbreitung der Juden im 1. Jahrhundert am Mittelmeer
2.Missionseinsatz in Spanien
Er soll Jünger mit der Prophezeiung geworben haben, dass er nach seinem Tod Unzählige bekehren werde und besuchte in Galizien eine Kolonie von 6000 Diaspora Juden, die in sklavischen Verhältnissen lebten und brachte ihnen die gute Nachricht in ihrer Sprache.      (Sie waren nach Shlomo ibn Varga seit Nebukadnezars Zeiten nach dem Fall des Tempels schon dort). Darüber hinaus soll er auch noch in anderen Gegenden durchgekommen sein. Er scheint infolge eines Gesichts, das ihm um das Jahr 40 erschien, den Rückweg nach Jerusalem angetreten zu haben. Ob er sich ähnlich wie sein Kollege Paulus, bewusst war was ihm im Blick auf seinen baldigen Märtyertod in Jerusalem blühen würde, wissen wir nicht. Ein Spanienaufenthalt in der Biographie des Jakobus ist selbst wenn Kirchenvater Clemens viele Jahre später über Jakobus schreibt, er habe bis zum Zeitpunkt seiner Hinrichtung Jerusalem nicht verlassen, in den 14 Jahren zwischen Jesu Auffahrt und seinem Märtyrertod durchaus denkbar. Sonst hätte die Auslösung der Einsatzorte unter den Aposteln keinen grossen Sinn gemacht.[1]

3. Das Jahr 44 in Jerusalem
Als Jakobus von seinem Missionseinsatz aus Spanien und anderen Gegenden[2] wieder in Jerualem zurückkam und Jesus weiterhin als den Auferstandenen und Retter der Welt entschieden verkündigte, beschlossen die Pharisäer und Schriftgelehrten eine öffentliche Konfrontation mit der Schrift. Sie rechneten allerdings nicht mit einem so kraftvollen Zeugnis des Fischers und Apostels, der sie ihrer Bosheit und Hinterhältigkeit nicht nur überführte, sondern gleichzeitig ihre verdrehte Art die Schrift auszulegen, in aller Oeffentlichkeit blossstellte. Das war genug. 
Die Tradition sagt die Pharisaer und Schriftgelehrten hätten dann in ihrer Verzweiflung versucht den Zauberer Hermogenes zum Diskutieren zu engagieren. Doch der wollte nicht zu viel riskieren und schickte zuerst seinen Schüler Philip. Als sich dieser bei dieser Gelegenheit bekehrte und zur Jesusnachfolge entschied ging er selbst hin. Wer hätte es gedacht: er wurde ebenfalls überzeugt von der Kraft Gottes, bekehrte sich, verbrannte alle seine Zauberbücher und liess sich sogar taufen. Er soll ein überzeugter Nachfolger geworden sein. Das reichte dem Hohen Rat und als weder die Rhetorik mit der Schrift und Magie nichts halfen, entschloss man sich den Herodes Agrippa (40-44) einzuschalten. Aehnlich wie beim Todesurteil seines Cousins bei Pilatus vor 14 Jahren, sollte Herodes Agrippa von der Notwendigkeit Jakobus hinzurichten überzeugt werden. Der Plan klappte. Eusebius, der Kirchenvater, gibt uns einige Details zur Hinrichtung[3] Demnach soll Jakobus bei der Verkündigung seines Todesurteils im Jahre 44 ganz ruhig geblieben sein. Die falschen Zeugnisse gegen ihn beeindruckten ihn überhaupt nicht, im Gegenteil er bezeugte weiterhin Jesus als Retter und Messias. Ein falscher Zeuge mit Namen Josiah war darauf so beeindruckt, dass er sich entschloss umzukehren, seine Sünden bekannte und um Vergebung bat. 
Zum nicht geringen Entsetzen der Pharisäaer und Schriftgelehrten soll Jakobus ihm darauf einen Kuss gegeben und gesagt haben: “Friede und Vergebung sei mit dir.” Er ahnte nicht, dass das seine wohl letzte Gelegenheit zur Umkehr gewesen war, denn als er seinen neuen freimütig Glauben bekannte und in aller Öffentlichkeit von seiner Bekehrung und der Erfahrung der Vergebung erzählte, wurde der ehemals nützliche Verräter gleich mit dem Apostel zusammen enthauptet. An Stelle seines Martyriums steht in Jerusalem die Jakobskirche. Im Jahr 70 wurden seine Gebeine auf den Berg Horeb / Sinai ins Jakobskloster – heute bekannt als Katharinenkloster– beigesetzt.[4]

4. Die Historizität eines Missionseinsatzes durch den Apostel in Spanien  
Die Frage, wie sich die Reise des Jakobus mit der Aussage des Paulus und seiner im Römerbrief geäußerten Absicht nach Spanien zu gehen verträgt, und das ohne auf „fremden Grund zu bauen,“ lässt sich dadurch erklären, dass erstens Jakobus dann schon nicht mehr lebte und zweitens Paulus wohl eher die missionsstrategisch interessanteren süd-spanischen Hafenstädte im Visier hatte.
Dem Argument, es müsste doch beim Vorhandensein einer christlichen Arbeit in diesem Bereich Spaniens wenigstens in den Schriften der 1. Kirche Dokumente geben, steht nach Gams entgegen, dass tatsächlich bekannt ist, das vorhandene Unterlagen über einen Bischofssitz aus vorislamischer Zeit in Spanien aus dem römischen Brevier herausgenommen worden waren. Sie sollen im Jahre 1625 auf das Drängen der spanischen Kirche hin wieder eingesetzt worden sein. Dort heisst es: „Mox (Jacobus) in Hispaniam profectus, ibi aliquos ad Christum convertit: ex quorum numero septem postea Episcopi a beato Petro ordinati, in Hispaniam primi directi sunt.“ [5]
Bild 3: Zaragossa: das von Jakobus dem Athanasius' zugeteilte Bistum
Das sieht eher nach einem Missionseinsatz aus, auf dem Jakobus nicht nur Bekehrungen erlebt hatte, sondern danach auch 7 Bischöfe einsetzte. Darunter waren Petrus von Ebora, er wurde Bischof in Barcara, Athanasius wurde der 1. Bischof von Zaragoza. – 

Für einen „historischen Eintrag“ im römischen Brevier scheint das Jahr 1625 vielleicht etwas spät, es ist auch kaum nachvollziehbar wo dieser einst entfernte Eintrag so lange „überlebt“ hat. Aber das mangelnde Wissen darüber berechtigt ohne stichhaltigen Gegen-beweis noch lange nicht daran zu zweifeln. Selbst wenn Jakobus nie lebend nach Spanien gekommen sein sollte, nach Gams spielt das keine Rolle, denn  für ihn steht es zweifelsfrei fest: jedenfalls seine Reliquien sind dorthin gebracht worden. Er schließt  sich damit der Auffassung von Tillemont an. Da bekannt war, dass Jakobus im heutigen Katharinenkloster begraben war und mit dem Kommen der Muslime am Sinai unsichere Zeiten eintreten wuerden, hielten es die Schüler des von Jakobus gegründeten und nach ihm benannten Klosters offenbar für angebracht seine Ueberreste nach Spanien, seinem frueheren Einsatzort, zu bringen. Wohin denn sonst? Drei Freunde sollen darauf im 8 Jhd. seine Reliquien vom Sinai nach Spanien gebracht haben.[6]

5. Das Jakobsgrab und die jakobinische Pilgerbewegung
Jakobuswege in Europa
Es ist kein Geheimnis: Jakobus hat neben Petrus und Paulus eindeutig seine grosse Popularität behauptet, die sog. Jakobstrassen aus allen Richtungen Europas nach Santiago di Compostella legen darüber ein beredtes Zeugnis ab. Dahinter ist wohl der Wunsch, etwas von dem reichen Lebens des Apostels zu entdecken, der mit seinem Feuer für das Reich Gottes tausende von Kilometer unter seine Füße genommen hat, und die spanische Kultur mit seiner Christuslehre bis heute beeindruckt und prägt. – Es geht um das was hinter christlicher Tradition steht: die Frage nach dem Wahren, nach dem Zugang zum Schöpfer, der seinen Sohn gesandt hatte und mit dem Jakobus viele Jahre seines Lebens verbracht hatte, bevor er nach Spanien kam. Es geht darum zu dem was hinter dem Sichtbaren steht Antworten zu finden.

Nach einer für die Jakobustradition in Santiago de Compostela grundlegenden Legende übergaben seine Jünger den Leichnam des Apostels nach der Enthauptung einem Schiff ohne Besatzung, das später in Galicien im Nordwesten Spaniens ankam. Helfer setzten ihn weiter im Landesinneren bei. Dann geriet das Grab in Vergessenheit. Die älteste Quelle, die einen Aufenthalt in Spanien erwähnt, ist das Breviarium apostolorum aus der Zeit um 600, wo schlicht vermerkt ist, er habe in Spanien und „an westlichen Orten“ gepredigt. Diese Information wurde dann von verschiedenen Autoren (u.a. Isidor von Sevilla, Aldhelm von Sherbourne und Beatus von Liébana) aufgegriffen, jedoch nicht besonders betont.[7] Nach der "Wiederentdeckung" des Grabes zwischen 722 und 835 A.D wurde darüber eine Kapelle, später eine Kirche und schließlich eine Kathedrale errichtet, um die herum sich der Pilgerort Santiago de Compostella entwickelte und zu der aus ganz Europa die Jakobswege führen.[8] Die zweite genauere historische Information finden wir bei einem Mönch in St. Gallen.[9] Seit dem späten 9. Jahrhundert wurde dem Apostel, der sich zum Nationalheiligen entwickelte, zunehmend eine militärische Funktion zugeschrieben. König Alfons III.von Asturien (866-910) führte seine Siege auf das Eingreifen des Heiligen zurück. Dabei handelte es sich um Kämpfe nicht nur gegen die Mauren, sondern auch gegen christliche Feinde.[10] Die Eroberung der Stadt Coimbra 1064 durch König Ferdinand I. von Kastilien und Léon schrieb man der Hilfe des „Soldaten Christi“, also Jakobus zu.[11]
Einer späten, aus dem 12. Jahrhundert stammenden Legende zufolge griff Jakobus im Jahre 844 in der Schlacht von Clavijo auf der Seite der Christen gegen die Mauren ein und führte den Sieg herbei, wobei er als Ritter auf einem Schimmel erschien.[12] In den Chroniken finden sich viele Berichte solcher Art. Jakobus erhielt den Beinamen Matamoros  (Maurentöter). Im Spätmittelalter wurde er bildlich als galoppierender Ritter dargestellt. ¡Santiago y cierra, España! (Sankt Jakob und greif an, Spanien!) wurde zum traditionellen Schlachtruf der spanischen Heere. In der frühen Neuzeit erhielt Jakobus auch bei der Eroberung Amerikas und bei Kämpfen gegen die Türken die Funktion des Schlachtenhelfers.
Erst im Hymnus „O dei verbum patris ore proditum“ aus dem späten 8. Jahrhundert wird Jakobus als Patron und Beschützer Spaniens bezeichnet.[13] Die Behauptung, dass die Gebeine des Jakobus nach Spanien gebracht wurden seien  taucht für Dinge aus dem 1. Jhd zwar etwas spät auf, nämlich in Urkunden des 9. Jahrhunderts. Dort ist die Rede von der Entdeckung des Apostelgrabs unter König  Alfons II. (791-842), sie sei nach 818 AD zu datieren.[14] Dass wir früher nichts hören koennte der Termin durchaus seinen Grund darin haben, dass in der Tat kurz davor die vorher im Katharinenkloster am Sinai gelagerten Überreste des Apostels dem sicheren Zugriff an Muslime entrissen werden sollten und deshalb gar nicht so lange vor dem Eintrag dieser Notiz über das „jakobinische Apostelgrab“ in Spanien niedergeschrieben worden war, nachdem man seinen sterblichen Ueberresten einen neuen Ort der letzten Ruhe geschaffen hatte. 

Zusammenfassung:
Bei der Frage ob Jakobus tatsächlich in Spanien gewesen war gibt es innerhalb der Hl. Schrift keinen Beweis. – Es gibt aber in diesem Fall bei den meisten Zweifeln an Jakobus Aufentalt in Spanien auch die Möglichkeit für starke Gegenargumente. Die Geschichte des Jakobus mit der Erscheinung der Maria im Jahre 40 gehört zum festen Bestandteil einer sehr alten Tradition und könnte ein Grund für den besonderen Bezug zur Mutter Jesu bei den Spanier sein. In bezug auf die Reliqiuen des Jakobus ist die Antwort allerdings deutlicher: Die Reliqiuen des Cousins von Jesus scheinen tatsächlich in Santiago di Compostella zu ruhen. Wichtiger aber als das ist: über seine Reliqiuen hinaus strahlt das starke Zeugnis eines Apostels der entschieden war Jesus Zeugnis an so fernen Orten wie Galizien aufzurichten und sich dabei nach bestem Tun und Gewissen um seine Brüder liebevoll zu kümmern. Es vielleicht auf diesem Hintergrund besser zu verstehen, warum die erste vollständige Bibelübersetzung im katholischen Raum ausgerechnet in diesem geographischen Raum stattfand. Man hatte offensichtlich über Bischof Athanaisus, dessen sterblichen Überreste im Katharinenkloster am Sinai ruhten, seinem Freund Jakobus, dessen Gebeine von dort nach Santiago di Compostela gebracht worden waren, sowie die Leute vor Ort, von denen einige offenbar biblische Sprachen lesen und verstehen konnten, einen ganz besonderen Draht ins Heilige Land.



[1] Clement of Alexandria, Stromata VI; Apollonius, quoted by Eusebius, Church History VI.18.
[3] Eusebius, CHURCH HISTORY II, 9.
[4] https://www.heiligenlexikon.de/BiographienJ/Jakobus_der_Aeltere_der_Grosse.htm
[5] Andere Berichte zur Entwicklung der juden-christlichen Gemeinden in Galizien erlitten wohl ein ähnliches Schicksal, konnten aber später nicht mehr historisch eindeutig rekonstruiert werden. Einige scheinen in volksreligiösen „Geschichten“ überlebt zu haben. Pius Bonifacius Gams, Die Kirchengeschichte Spaniens (Regensburg: Georg Joseph Manz Verlag, 1864), 297-298.
[6] Tillemont mémories t 1, Notes sur saint Jacques, le Majeur, n.7.
[7] Jan van Herwaarden: The origins of the cult of St James of Compostela, (Journal of Medieval History 6, 1980), 3–7.
[8] Pius Bonifacius Gams, Die Kirchengeschichte Spaniens (Regensburg: Georg Joseph Manz Verlag, 1864), 297-298.
[9] Notker, a monk of St. Gall (Martyrol).
[10] Klaus Herbers: Politik und Heiligenverehrung auf der Iberischen Halbinsel; Die Entwicklung des „politischen Jakobus“,Politik und Heiligenverehrung im Hochmittelalter, (Sigmaringen: 1994), 199–202.
[11] Klaus Herbers: Politik und Heiligenverehrung auf der Iberischen Halbinsel; Die Entwicklung des „politischen Jakobus“,Politik und Heiligenverehrung im Hochmittelalter, (Sigmaringen: 1994), 203-209.
[12] Klaus Herbers: Politik und Heiligenverehrung auf der Iberischen Halbinsel; Die Entwicklung des „politischen Jakobus“,Politik und Heiligenverehrung im Hochmittelalter, (Sigmaringen: 1994), 233–235.
[13] Jan van Herwaarden: The origins of the cult of St James of Compostela, (Journal of Medieval History 6, 1980), 7–18.
[14] Thomas Deswarte: De la destruction à la restauration (Turnhout: 2003), 102. 

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