Missio Dei - chinesische KAIROS Kurse und Vietnamesen in Taichung
Aufmerksam wurde ich auf die
Frage als ich mich neulich mit dem lateinischen missionstheologischen Begriff „Missio
Dei“ (Gottes Mission) beschäftigte. Der vierte Band des KAIROS Missionskurses
spricht auch davon. Obwohl der Kurs gerade für eine Gemeinde, die auf der Suche nach
einem interessanten und dennoch den Anforderungen für wirkliche Missionsarbeit angepasste
Schulung sind, den Begriff gut erklärt, zeigt er gleichzeitig wie Gott selbst auch ausserhalb der Gemeinde Leute in anderen Religionen von sich überzeugt. – Das erinnert mich an eine Vietnamesin erinnert, die zwar von Jesus gehört hatte, aber
mit ihm noch nichts anfangen konnte, bis eines Tages eine Situation eintrat die ihre Einstellung zu Jesus änderte. Ihre Arbeit bestand darin einem mehr als 90 jährigen
Mann bei den alltäglichen Sachen zu helfen. Wenige Stunden nach einer
Routineuntersuchung im städtischen Krankenhaus stellte sie fest, wie beim künstlich
angelegeten Nierenbeutel Blut hineinfloss und dann schwarz wurde. – Der
herbeigerufene Sohn sah die Sache zwar nicht so ernst, doch sie wusste mit möglichen
Infektionen bei offenen Wunden an alten Leuten war nicht zu spassen und ohne
noch einmal ins Krankenhaus zu gehen war der Betreute in Gefahr. Sie begriff
und wurde bleich vor Schreck, dass wenn etwas schief lief und der Mann starb war sie
den Job los! Sie könnte gleich ihre Sachen für den Rückflug einpacken. Nein, nicht jetzt, das ist viel zu früh! Das aber wäre für sie ein Desaster gewesen,
sie war auf das Geld für ihre Familie angewiesen. – So betete sie etwas eigennützig zu Jesus, dass er ihm hilft, damit sie nicht so schnell wieder nach Vietnam zurück musste. Sie hoffte Jesus würde den Blutfluss stoppen. Das Unglaubliche geschah: Als sie mit dem
Gebet zu Ende war hörte das Blut auf zu fliessen auf und der Gesundheitszustand des
Greisen besserte sich in kurzer Zeit. – Ab jetzt wusste sie sicher, Jesus
lebt. Sie lernte von unserer Kollegin, die in Taichung unter Vietnamesen arbeitete
noch mehr über Jesus und liess sich vor ein paar Wochen taufen. –
Bis dann hatte sie verstanden, Gott hatte die winzigen Anzeichen jemanden zu helfen trotz ihrem Eigennutz genutzt, um ihr als der Lebendige zu begegnen.
Als sie mit dem Zeugnis
fertig war leuchteten ihre Augen, weitere 20 Vietnamesen und ich hörten ihr vor
meinem Predigtdienst im überfüllten Gottesdienstraum gespannt zu. Sie war mir
ihrer Geschichte nicht die einzige die klar zeigte, wie Gottes heiliger Geist souverän
unter dieser Volksgruppe in Taiwan wirkt, seine „Missio Dei“ ausführt. Aber es wurde
ebenso sonnenklar wie Gottes Auftrag an die Gemeinde, das „Gehet hin“(Mk 16,
15.16) nach wie vor gilt und es den Missionaren,
den Mitarbeiter, braucht, der in die sichtbare Gemeinschaft der Kinder Gottes
hineinführt und die Gemeinde vor Ort baut. Auch diese zwar noch kleine
vietnamesische Gemeinde in Taichung erlebte was wir in Markus 16,20 lesen: „und
der Herr wirkte und bekräftigte das Wort durch die mitfolgenden Zeichen.“ Jetzt
wird ein Pastor gesucht, der Vietnamesisch spricht und die 20-30 regelmässigen
Gottesdienstbesucher betreuen kann, wenn Rita Chen nach ihrem
Kurzzeiteinsatz im Sommer zurück nach Kanada geht. – Wer springt ein?
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